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Christine Huppmann führt seit Oktober den Taktstock bei dem Hammelburger Ensemble
■ HAMMELBURG. Christine Huppmann, neue Dirigentin der Stadtkapelle Hammelburg, blickt zuversichtlich in die Zukunft. Die 35-Jährige führt seit Oktober vergangenen Jahres den Taktstock beim Sinfonischen Blasorchester und stellte sich bei der vor kurzem durchgeführten Jahresversammlung der Öffentlichkeit vor. Nach einigen Monaten gemeinsamer Arbeit ist bereits sichtbar, dass die Chemie zwischen Dirigentin und Orchester stimmt.
Auseinandersetzungen im Spannungsfeld von Orchester, Dirigent und Vorstand können nun der Vergangenheit angehören. Um Frust und Motivationskillern die Grundlage zu entziehen, hat sich die erfahrene Ausbilderin und Orchesterleiterin mit den Bedürfnissen und Wünschen im Orchester befasst. Auf dieser Grundlage entwickelte sie die sozialen und musikalischen Leitlinien für ihre kommende Zeit als Dirigentin der Stadtkapelle.
Für Christine Huppmann sind neben musikalischen auch die menschlichen Erfolgserlebnisse in einem Orchester wichtig. Beides baut nach ihrer Erfahrung die Motivation und Disziplin auf, um gute Musik und eine gute Gemeinschaft zu schaffen. Beides erfordert naturgemäß aber eine gewisse Anstrengung. Zusammen mit Orchestervorstand und Registerführern wurden daher verbindliche Mindestbeiträge der Musiker festgelegt, die vor allem den Probenbesuch, die Vorbereitung zu Hause und die Zuverlässigkeit in der Gemeinschaft betreffen. „Wer motiviert ist, wird auch automatisch diszipliniert sein", ist sich die vielseitige Musikerin sicher.
Akkordeon ab sechs Jahren
Ihre erste Musikbegeisterung im Alter von sechs Jahren galt dem Akkordeon. Bald folgten Ausbildungen an Trompete, Gitarre, Keyboard, Klavier, Schlagzeug und Querflöte. Nach Leistungsabzeichen und vordersten Plätzen bei „Jugend musiziert" im Fach Trompete verschrieb sich Christine Huppmann bereits mit 18 Jahren der Ausbildung von Nachwuchs und der Anleitung von Orchestern. Mit Ehrgeiz absolvierte sie die verschiedenen Ausbilder- und Dirigentenlehrgänge und erreichte 2009 mit der Traumnote 1,0 den B-Schein für die Leitung von Blasorchestern. Das ist die höchste in ganz Deutschland anerkannte Qualifikation für Dirigenten von Blasorchestern in der Laienmusik.
Musikalisch aktiv war die gebürtige Haßfurterin, die 2003 durch ihren Ehemann nach Euerdorf kam und noch in Teilzeit als Bilanzbuchhalterin arbeitet, bisher in zahlreichen Formationen und Stilrichtungen. Von Jugend an sang und spielte sie in verschiedenen Blaskapellen, Kirchenensembles, Chören sowie in der Tanz- und Stimmungsmusik. Als Neunzehnjährige gründete sie eine vereinsübergreifende Jugendkapelle im Raum Haßfurt. Mehrere Jahre lang war sie auch als freiberufliche Musikerin und Musiklehrerin tätig. Vor dem Engagement bei der Stadtkapelle Hammelburg leitete sie u.a. den Jugendmusikverein Aura, dessen Dirigentin sie auch weiterhin bleiben wird. ,
Christine Huppmann zeigt sich über die gute Probenbeteiligung der letzten Wochen sehr zufrieden. Für die Zukunft möchte sie darauf hin arbeiten, dass neben den Sinfonischen Konzerten auch wieder vermehrt kleine Auftritte wie Ständchen, Frühschoppen oder Kirchenmusik zu repräsentativen Einsätzen werden, die Spaß machen und hohes Niveau zeigen. Auch die Teilnahme an Wettbewerben und Wertungsspielen ist angepeilt. Gute Musik und gute Gemeinschaft sind dabei immer die obersten Ziele in der gemeinsamen Arbeit.
Offen für alles
Orchestermitglieder sehen die neue Leitung durchaus positiv. „Sie hat am Anfang direkt gesagt, was sie sich vorstellt, was sie erwartet. Jetzt ist auch ein ganz anderes Interesse da. Sonst gab es immer unausgesprochene Erwartungen!" sagt eine Musikerin und fügt hinzu: „Die Musik, die gespielt wird, ist sehr ansprechend. Sie ist dabei offen und nimmt auch einmal Vorschläge an."
Christine Schormayer
Saalezeitung vom Febr. 2010
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